-Carsharing-

VW konkretisiert Carsharing-Pläne

2019 will Volkswagen mit der Marke „WeShare“ den Carsharing-Markt aufmischen. Ab dem zweiten Quartal will man 1.500 e-Golfs in Berlin zum Teilen anbieten. Später sollen weitere 500 e-Up! dazukommen. 2020 will man im gesamten europäischen Kernmarkt sowie in ausgewählten Städten in Kanada und den USA aktiv sein.

Carsharing oder Marketing?

Das selbsterklärte Ziel der VW-Marke ist es, „junge, urbane Nutzer“ für Elektromobilität zu begeistern. Soweit so gut, schließlich ist ein E-Auto erstmal besser für die Umwelt, als ein Verbrenner.

WeShare wird ein reines Free-Floating-Angebot sein. Nutzer lokalisieren das nächstgelegene Auto per App und stellen es nach der Nutzung irgendwo im Geschäftsgebiet wieder ab. Das Angebot klingt sehr verlockend, wird aber vermutlich mit den selben Herausforderungen zu kämpfen haben, wie sie bei andere Free-Floating-Systemen zu sehen sind.

Zunächst ist da die Zahl der Autos, die für den reibungslosen Betrieb benötigt werden. Da die Fahrzeuge keine festen Standorte haben, hat der Kunde keine Garantie, dass sich zum gewünschten Zeitpunkt eins in der Nähe befindet. Damit die Wege aber möglichst kurz (und das Angebot attraktiv) bleibt, müssen relativ viele Autos im Geschäftsgebiet verteilt werden. Im Falle von WeShare sind das 1.500-2.000 Fahrzeuge. car2go und DriveNow sind ebenfalls in der Hauptstadt aktiv und stellen dort 1.100 bzw. 1.400 Autos zur Verfügung.

Darüber hinaus, ist es nicht erst seit den jüngsten Berichterstattungen bekannt, dass Kunden diese Art von Carsharing nicht primär nutzen, um den eigenen Pkw, sondern eher, um eine Fahrt mit dem ÖPNV zu ersetzen. Es bliebt abzusehen, wie das neue Angebot seinen Beitrag zur Mobilitätswende leisten wird, denn der Individualverkehr wird weiterhin gefördert. Bleibt zu hoffen, dass VW hier noch ein paar Innovationen im Ärmel hat und nicht nur die Marketingkarte spielen wird.

Der ehemalige DriveNow-Chef Nico Gabriel brachte die Sache im Interview mit Gründerszene auf den Punkt: „Das Teilen von Autos gilt als umweltfreundlich – und verleiht den Unternehmen, die es anbieten, einen grünen Anstrich. Ob tatsächlich Geld damit verdient wird, spielt eher eine untergeordnete Rolle.”
futurezone.de; horizont.net; handelsblatt.com